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Ultra Deep Stack Finale Vienna

Mit dem Ultra Deep Stack Turnier der Vienna 2009 Aktion sollte nach der Final Challenge II und den 3 Casino Challenges das nächste grosse Event von Pokerfusion (ehemals Gastropoker) stattfinden. Insgesamt  konnten sich 88 Spieler über 3 Monate durch Top 50- und Tischsieger-Satelliten beziehungsweise durch Online-Qualifikationsturniere bei EuroSuperPoker für dieses grosse Finale qualifizieren. Man konnte sich durchaus auch mehrere Tickets erspielen, die man dann entweder an andere Spieler übertragen konnte oder aber auch aus taktischen Gründen einfach verfallen lassen konnte. Weniger Gegner halt. Ich habe mein Ticket erst im allerletzten Satellite im Juli gewonnen, Nadin gewann sogar 2. Da sie ja so gutherzig ist, hat sie ihr 2.Ticket natürlich weitergegeben.

 

Das Finalturnier wurde über insgesamt 3 Tage ausgespielt, wobei die 88 Spieler auf 2 Vorrundenturniere à 44 Spieler aufgeteilt wurden. Jeweils die 22 besten sollten ins Finale einziehen, der erspielte Stack wird mitgenommen. Der Startstack betrug 40000 Chips, Blindlevel 30 Minuten, Start bei SB 25 – BB 50. Viele Stunden Poker waren also garantiert.

Am Freitag sollte die 1.Hälfte ihr Glück versuchen und der ein oder andere favourisierte Spieler schaffte es nicht ins Finale. Als 22. konnte sich gerade noch Imre Bende qualifizieren, er konnte 19500 Chips ins Finale retten. Von ihm hören wir dann später noch.

 

Am Samstag dann der Auftritt von Nadin und mir. Heute gingen nur 34 Spieler an den Start. Also mussten wir nur 12 Spieler hinter uns lassen. Ein grosser Nachteil: im Gegensatz zum Vortag waren 400.000 Chips weniger im Umlauf. Das sind nicht gerade faire Vorausetzungen!!!

Der Tournament-Director hatte einen schlechten Tag erwischt und setzte Nadin und mich an den selben Tisch. Na toll, hoffentlich hauen wir uns nicht gegenseitig raus.

Um es vorweg zu nehmen: wir taten es nicht! Es lief allerdings den ganzen Tag nicht viel zusammen. Mein Stack pendelte so zwischen 33000 und 45000 und ausgerechnet gegen meine Frau sollte ich den grössten Pot gewinnen. Ich halte A-9 (also „Kläsers Hand“) und 2 Spieler sind mit in der Hand – auch Nadin. Flop: A - 9 - irgendwas. Der 1.Spieler checkt, meine Frau setzt 3000 und ich raise auf  7000 und der 1.Spieler foldet. Vielleicht hätte ich mit `nem einfachen Call noch ein paar Chips nach dem Turn und River bekommen, aber eigentlich wollte ich Nadin hier nicht unbedingt ausnehmen. Deshalb wollte ich gleich klarmachen, dass ich `ne relativ starke Hand halte. Letztendlich foldet auch meine Frau und der Pot ist meiner. Das witzige ist, dass sie A – 7 hatte, also „Hinzens Hand“. Ich muss nicht erwähnen, dass A – 7 gegen A – 9 mein letzter Showdown bei der Million Euro Challenge 2007 war, oder?

Nach dieser Hand hatte ich den bisher höchsten Stack mit etwa 48000, aber wenig später verlor ich mit A – J und dem getroffenen J im Flop gegen den Flush auf dem River einer Spielerin über 10000 Chips. Verdammt!

Einige Hände später hatte der Tournament-Director, übrigends ist das eine Software, keine Person, wie jetzt der ein oder andere vielleicht denkt, ein einsehen und setzte mich an einen anderen Tisch, nachdem ein Spieler ausschied.

An unserem gemeinsamen Tisch hatte sich Nils Wenzlaff zum Chipleader hochgearbeitet, er stand bei etwa 120.000 Chips. Aber nicht lange nach meinem Tischwechsel musste er ausscheiden, was ich kaum glauben konnte. Aber er verlor mit A – A gegen K – K, da ein weiterer K im Board lag. Und sein All In verlor er seinerseits mit K – K gegen die Bombenhand A – 2. Naja, das As wird getroffen und Nils musste gehen.

Mein Stack wurde kleiner und kleiner. Ich bekam einfach keine Hände zum spielen oder um grosse Pötte abzugreifen und musste auch häufig die Blinds kampflos abgeben. Da sich das Feld schon ziemlich gelichtet hatte, musste ich nun überlegen: alles riskieren und eventuell ausscheiden oder hoffen, dass auch noch die letzten Spieler ausscheiden. Dann würde ich allerdings mit `nem sehr kleinen Stack am Sonntag weiterspielen müssen.

Auch Nadin stand stark unter Druck und stellte mit 8 – 8 All In. Das Pärchen hält gegen 2 Gegner und sie konnte ihre 15000 Chips verdreifachen. Reicht das?

Es war soweit, der Bubble wurde gesucht. Wir waren runter auf 23 Spieler. Ich fand nach wie vor keine Hand und entschloss mich, mit meinem kleinen Stack durchzufolden, es sei denn ich bekomme Asse, Könige oder `ne andere Hammerhand! Aber das war gar nicht so leicht. Bestimmt 10 Spieler gingen mit ihrem Rest All In. Entweder gab es keine Caller oder aber die Hand wurde im Showdown gewonnen. 2mal war sogar der River für den Verbleib im Turnier verantwortlich. Was für eine Spannung! Dann stellte Peter Rikl bereits das 2.Mal All In und als dann das berühmte Klopfen auf den Tisch folgte, wenn ein Spieler ausscheiden musste, war es klar: der Bubble war gefunden und wir standen im Finale. Nadin konnte noch 36500 Chips retten, mein kläglicher Rest waren 22500 Chips. Nur der bereits erwähnte Imre Bende hatte im Finale weniger Chips als ich. Das wird ein harter, fast aussichtsloser Kampf. Der Chipleader lag bei etwa 170.000 Chips. Also dann, bis morgen – zum Finaltag!



Der Finaltag

Pünktlich um 14 Uhr am Sonntag startete Tag 3 der Vienna Challenge mit den letzten 44 Spielern. Übrigends sollte der komplette Final Table (also 10 Spieler) ein Ticket zum 100.000 Euro Turnier im Montesino Casino in Wien inklusive Flug und Unterkunft erhalten. Die Blinds starteten bei 1000 – 2000, wurden also im Gegensatz zum Vortag 2 Stufen zurückgestellt! Also hatte ich noch etwas mehr als 11 Big Blinds. Natürlich habe ich mir die letzten Stunden Gedanken gemacht, mit welcher Strategie ich spielen sollte, aber als einzige Möglichkeit sah ich die Chance, mit `ner guten Hand alles reinzustellen und dann zu verdoppeln. Pötte abgreifen bringt nicht viel, denn ob ich 22500 habe oder 25000, das ist dann auch egal.

So dauerte es 5 Hände, bis ich zum ersten Mal im Big Blind sass. 2 Spieler, darunter auch der Small Blind, sind dabei. Ich halte 10 – 5, also ein Monster, und checke. Flop ist 10 – 9 – irgendwas. Top Pair! Small Blind checkt, ich auch! Der 3.Spieler setzt 10.000 und der SB passt. Da der Spieler Pre-Flop nur gecallt hat, setze ich ihn nicht auf ein Overpair und entscheide mich, die Chance zu nutzen. All In! Der Spieler callt die 9500 Chips und zeigt A – 9 in Herz. Also Middle-Pair und… Verdammt! Flush Draw! 2 Herzen im Board. Und da ich in letzter Zeit scheinbar Scheisse an den Händen habe, kommt natürlich auf dem River der J in Herz! Out! Nach 5 Händen! Sicherlich hätte ich `ne bessere Hand abwarten können, aber die Entscheidung war eigentlich richtig. Ich hatte die bessere Hand, beziehungsweise war ich vorne.

Nun lagen unsere Hoffnungen also auf Nadin. Aber auch sie hatte ja nicht mehr wirklich viele Chips. Was mir leider verwehrt blieb, sollte aber dem absoluten Smallstack Imre gelingen, er konnte seinen Stack verdoppeln und auch noch weitere Chips dazugewinnen, so dass er bei knapp 60.000 angekommen war. Und man glaubt es kaum, wenig später callt er ein All In. Die Gegenspielerin zeigt Q – Q, Imre selber hat A – A. Nicht zu fassen. Die Asse halten, Imre  verdoppelt ein weiteres Mal und ist nun mit 120.000 Chips weit von einem frühen Ausscheiden entfernt.

Meine Frau kämpfte sich im weiteren Verlauf auf gut 56.000 Chips hoch, aber irgendwann konnte auch sie sich gegen die Chip-Übermacht einiger Spieler nicht mehr wehren und verlor ihr All In mit K – 10 gegen A – J. Keiner trifft und Ace high gewinnt. Immerhin: Platz 30 für Nadin.

Die Hinzens waren nun beide raus, aber das Turnier lief natürlich weiter. In der vielleicht spektakulärsten Hand des Abends war ein weiteres Mal Imre involviert. Es gibt ein Raise All In, Re-Raise All In und Imre foldet nach längerer Überlegung. Die Spieler zeigen K – K und A – A und Imre sagt, er habe J – J gepasst. Als im Flop sich ein 3. Jack zeigt, ist das Geraune der Mitspieler gross, und auch Imre ärgert sich ein wenig. Aber als auf dem River ein 3.König auftaucht, explodiert die Joker Pokerlounge. Dieses Spiel ist manchmal unglaublich! Aber auch Imre schafft das Unglaubliche: als Smallstack gestartet, erreicht er mit 9 weiteren Spielern den Final Table und qualifiziert sich wie alle anderen für Wien.

Glückwunsch an die 10 Gewinner!

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