fastpokerpro

Million Euro Challenge 2009

Am Samstag, den 5.September 2009 war es endlich soweit, die Operation Titelverteidigung bei der Million Euro Challenge in Hamburg stand ins Haus. Im Jahr 2007 sollte mir hier mein bisher grösster Erfolg gelingen: ich siegte bei der ersten Auflage dieses grossen Turnieres und konnte einige Tage später im TV-Amateurfinale den 2.Platz belegen und 35000 Euro mit nach Hause nehmen.

Wie auch im Jahr 2008 für das Turnier in Mainz gelang mir die Qualifikation wieder online bei Fulltiltpoker.net. Meine Frau schaffte es sogar sich und dann ein paar Tage später auch ihre Mutter Karin zu qualifizieren. Meine Qualifikation hatte eine echt harte Vorgeschichte. Nadin war schon seit gut 2 Wochen mit dem Thema durch und ich musste mich immer noch gegen die etwa 2000 Leute durchkämpfen. Jeweils die Top 15 der täglichen 3 Qualifikationsturniere buchte ihr Ticket für Hamburg. Ich kam recht häufig ziemlich weit und schied einmal als 18. aus. Echt bitter! Aber es sollte noch bitterer werden. 2 Tage später schied ich als „Bubble“, also als 16. aus. Ich flippte total aus, löschte Full Tilt vom meinem Rechner und schwor mir, dass ich nicht mehr spielen werde.

Aber da ich absolut kein Durchhaltevermögen hatte, spielte ich mir die Software am nächsten Tag wieder rauf und schaffte gleich im 1.Versuch die Quali. Aber auch die stand auf Messers Schneide! Ich war wieder einer der Small Stacks, dann waren wir auf 16 Spieler runter und zwei waren zwangsweise All-In. Da war mir klar: Ich war dabei! Nur ein Split Pot zwischen diesen beiden Spielern konnte mir einen Strich durch die Rechnung machen.

Aber den gab es nicht! Riesen Jubel und eine grosse Anspannung löste sich bei mir. Hamburg ich komme!

 

So fuhren wir also zu dritt in die Hansestadt. Als wir dann die Messe erreichten, hiess es erstmal Schlange stehen. Doch es dauerte keine 20 Minuten, dann standen wir am Check-In Schalter und hielten unser Ticket in der Hand. Zur Erinnerung: in Mainz 2008 standen Stefan Bühe und ich mehr als 3 Stunden bei den bereits qualifizierten Spielern an und verpassten den Beginn des Events um mehr als 45 Minuten.

Um es auf den Punkt zu bringen: das Event war von der Organisation über die diversen verteilten Geschenke bis hin zur Show mit den Pro’s ganz grosse Klasse! Während wir noch in Mainz den Erstickungstod fürchten mussten, verliefen sich die mehr als 8000 Besucher in der Mega-Halle.

Leider fehlte der grosse Phil Ivey bei diesem Event; kurz nach dem Erreichen des Final Table beim Main Event der WSOP weilte er anscheinend in London. Das war schade! Und auch Mike „the mouth“ Matuzow blieb mir wieder vorenthalten, ich sah ihn nur, als die Pro’s einmarschierten, doch da stand ich gerade in der Schlange für das Foto vor der Bluewall an. Dafür ergatterten wir einige Autogramme, unter anderem von dem echt sympatischen Erick Lindgren, von John Juanda und dem arrogant wirkenden Patrik Antonius. Er hielt es nicht mal für nötig, uns zu begrüssen geschweige denn, uns anzuschauen, er sabbelte lieber mit Phil Gordon. Das gab nicht gerade Pluspunkte, auch nicht bei meiner Frau – und das als angeblicher Frauenschwarm.

 

Vor Ort trafen wir auch viele Bekannte aus der Lübecker Pokerszene. Aus unserem Pokerkreis war eigentlich nur Thomas Husfeldt dabei.

Nun zum „Highlight“ des Events: nach einer Talkrunde der beiden Vorjahressiegern und dem Gewinner der Heads-up Challenge (er konnte sogar die Million abgreifen!) entdeckte uns Martin Kläser. Er kam sogar auf uns zu, begrüsste uns recht freundlich und wir hielten einen kleinen Smalltalk. Ich beglückwünschte ihn zum gewonnenen Bracelet bei der WSOP – bei aller Rivalität, das verdient meinen Respekt! – und meine Frau knipste noch ein Foto mit Martin und mir.

Okay, das echte Highlight des Events sollte natürlich das eigentliche Pokerturnier sein. Mit diesmal 2700 Turnierteilnehmern waren 600 Spieler mehr am Start als 2007. Die Teilnehmer wurden in 3 Heats à 900 Spieler aufgeteilt, an je 90 Tischen sassen je 10 Spieler. Es wird in der Vorrunde nur ein Single-Table Sit&Go gespielt, und nur der jeweilige Tischsieger zieht ins Finale ein. Nach 3 Heats bleiben also 270 Spieler übrig, die dann auf 3 Finalturniere mit jeweils 90 Spielern aufgeteilt wurden. Die Finals wurden im Multi-Table freeze out Modus gespielt und die 3 Sieger fahren dann nach München zum TV-Finale. Das gleiche fand eine Woche später auch in Salzburg /Österreich statt, sodass letztendlich wieder 6 Leute am Fernsehtisch Platz fanden.

An der doch recht heftigen Blindstruktur in den Heats hat sich leider nichts geändert, richtig Poker spielen war so nur für knapp `ne halbe Stunde garantiert, dann heisst es: „Herzlich willkommen zur All-In Weltmeisterschaft!“ Wenn du am Anfang keine Karten bekommst, dann hasste jetzt keine Chance mehr, es sei denn, das Glück ist auf deiner Seite.

Meine Schwiegermutter Karin startete im 1. Heat und Nadin und ich mussten echt lange warten. Wir dachten schon, dass sie es schafft, aber als sie dann zurück kam, ist sie auf Platz 3 – also kurz vor dem Heads Up – gescheitert. Schade!

Meine Frau und ich waren dann im 2.Heat am Start und am Eingang zur Turnier Area begrüsste uns ein alter Bekannter: Erick Lindgren! Er musste meine Frau erkannt haben – wahrscheinlich an ihrem pinken Cap! Die Pro’s waren voll begeistert bei der Autogrammstunde: „Oh, nice Cap!“ War echt witzig.

Bevor wir an unsere Tische gingen, begrüssten wir erst einmal einige der Dealer, die wir aus Lübeck kannten. Viele von ihnen teilten auch hier die Karten aus.

 

Auf geht’s! 5000 Chips, 12 Minuten Blinds, Start bei 25-50. Erste starke Hand mit A-K, raise auf 3-fach BB, einer callt. Den Flop verpasse ich völlig, aber ich spiele trotzdem an und bekomme ein 3-fach Raise und die Ohren geknallt. Ich folde und der gegner zeigt das geflopte 6-er Set. Ein Glück, dass ich nicht getroffen hatte.

So richtig laufen will es nicht! Hab’ ich starke Hände, treffe ich nicht. Sitze ich in den Blinds, hab’ ich keine starken Hände und treffe auch nicht! So verliere ich viele Chips ohne wirklich viele Hände gespielt zu haben. Inzwischen bin ich auf 3700 Chips runter und bekomme A-8 in Herz im SB. Alle folden, nur der Button raised auf 1500. Mein erster Gedanke ist: der hat nichts, der will nur stehlen! - und entscheide mich zum Re-Raise All-In. Ich war bereit zum Gambeln! BB passt und der Button schaut blöd aus der Wäsche. Sein Statement: „Jetzt kann ich sowieso nichts mehr machen!“ Er callt mit 3100 Chips insgesamt und zeigt Q-10 offsuit. Hab’ ich es doch geahnt! `ne 0-8-15-Hand! Ich zeige meine auch nicht ganz so starke Hand und die erste Reaktion eines Mitspielers: „ Ich hatte auch Dame – Zehn!“ Und sein Nebenmann: „ Eine Dame habe ich auch gefoldet!“ Sauber, das sind gute Nachrichten. Bleiben noch 1 Dame und 3 Zehner im Deck. Und was soll ich sagen? Flop: Q! Turn: Q! Drilling für den Bluffer und ich habe 600 Chips Rest. Na, was die Fische da wohl gefoldet haben! Ich denke nicht, dass wir mit 5 Queens gespielt haben.

Die Blinds waren bei 200-400 und mit Q-9 suited entscheide ich mich zum All-In. Mein linker Nebenmann callt und es kommt zum Showdown. Er hält 8-8! Naja, und da ich heute gerne gegen Drillinge verliere, kommt die dritte 8 im Flop. Bye, bye! 8.Platz am Tisch! Operation Titelverteidigung gescheitert!

Etwas angepisst verlasse ich die Turnier Area  und auch mein Frauchen sitzt bereits in der Cafeteria, welche wir als Treffpunkt ausgemacht hatten. Sie hat leider nur einen Spieler hinter sich gelassen und schied als 9. mit Q-Q gegen K-K aus. Das ist wenigstens `ne Hand und nicht so`n dämliches Blatt wie Q-10 offsuit. Vollsepp! Aber unglücklich war es trotzdem für Nadin!

Also blieb uns nichts anderes übrig, als mit hängenden Köpfen die Heimreise anzutreten. 2010 wird erneut angegriffen. Hoffentlich wieder in Hamburg, eine bessere Location wird es nicht geben!!!

 




























[ Besucher-Statistiken *beta* ]